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WAV, FLAC oder MP3?

WAV, FLAC oder MP3?

Die drei Formate

Eine WAV-Datei speichert jedes bisschen Audio, das euer Master enthält, unkomprimiert. Nichts wird weggeworfen und nichts wird zusammengequetscht. Sie ist die größte Datei der drei und kommt einer rohen, vollständigen Kopie eures Songs am nächsten.

Eine FLAC-Datei ist ebenfalls vollständig. Sie nutzt verlustfreie Kompression, schrumpft die Datei also auf etwa die Hälfte einer WAV, während jeder Sample erhalten bleibt. Packt eine FLAC aus und ihr bekommt exakt dasselbe Audio zurück, Bit für Bit. Kleinere Datei, identischer Klang.

Eine MP3 ist etwas anderes. Sie nutzt verlustbehaftete Kompression, wirft also Teile des Audios weg, bei denen das Format entscheidet, dass ihr sie am wenigsten bemerkt, und speichert den Rest in einer viel kleineren Datei. Ein dreiminütiger Song, der als WAV 30 MB hat, ist als MP3 vielleicht 3 MB groß. Praktisch zum Teilen, aber ein Teil des Originals ist weg und lässt sich nicht zurückholen.

Verlustfrei gegen verlustbehaftet, und warum die Reihenfolge zählt

Das ist der Punkt, an dem viele stolpern. Verlustbehaftete Kompression ist nicht umkehrbar. Hat eine MP3 einmal Daten verworfen, sind diese Daten weg, und jeder spätere Schritt arbeitet mit der kleineren, unvollständigen Version.

Die Reihenfolge zählt also. Gebt ihr eurem Vertrieb eine MP3, kodieren die Streaming-Plattformen diese MP3 anschließend in ihre eigenen Formate um. Ihr komprimiert damit Audio, das schon komprimiert war, und stapelt Verlust auf Verlust. Die Höhen werden spröde, dichte Stellen verschmieren, leise Details verschwinden. Gebt ihnen stattdessen eine verlustfreie Datei, und die Plattform kodiert von einem vollständigen Master aus, was immer sauberer ist.

Was Vertriebe tatsächlich wollen, und warum sie trotzdem neu kodieren

Die meisten Vertriebe (DistroKid, TuneCore, CD Baby, Amuse und der Rest) verlangen eine 16-Bit- oder 24-Bit-WAV mit 44,1 kHz. Viele nehmen auch FLAC. Sie wollen verlustfrei, weil sie nicht das endgültige Ziel sind. Sie sind der Zwischenschritt, der euren Song an Dutzende Plattformen ausliefert, und jede Plattform kodiert auf ihre eigene Weise.

Spotify nutzt Ogg Vorbis mit ein paar Bitraten. Apple Music nutzt AAC. YouTube hat seine eigene Verarbeitungskette. Alle starten von dem Master, das euer Vertrieb weiterreicht, also soll dieser Startpunkt so vollständig wie möglich sein. Schickt verlustfrei, und jede Plattform bekommt eine saubere Quelle zum Arbeiten. Genau deshalb lohnt es sich auch, die Lautheit vor dem Upload richtig hinzubekommen, denn jede Plattform normalisiert anders.

Die Entscheidung

WAV oder FLAC geht an euren Vertrieb. Immer. Nehmt WAV, wenn ihr die sicherste, überall akzeptierte Datei wollt und euch die Größe nichts ausmacht. Nehmt FLAC, wenn ihr dieselbe verlustfreie Qualität in einem kleineren Upload wollt und ihr bestätigt habt, dass euer Vertrieb sie annimmt. Beides ist richtig. WAV ist schlicht der Standard, den niemand hinterfragt.

MP3 ist für alles, was kein Vertrieb ist. Einen groben Mix an die Bandkollegen schicken, einen Clip auf Instagram posten, eine Demo an einen Veranstaltungsort mailen, einen Track in den Gruppenchat werfen. MP3 ist klein, läuft überall und ist perfekt, wenn Bequemlichkeit über Treue geht. Lasst nur nie eine MP3 die Datei sein, auf der euer Release aufbaut.

Welchen Bandmixr-Export ihr für welches Ziel nehmt

Bandmixr exportiert alle drei, ihr müsst also nichts selbst konvertieren und keine Einstellungen erraten. Sind Mix und Master fertig, wählt ihr das Format, das zum Bestimmungsort der Datei passt.

Nehmt die 44,1 kHz / 24-Bit-WAV für euren Vertrieb. Das ist der Upload, der zu DistroKid, TuneCore oder wem auch immer geht. Bevorzugt euer Vertrieb FLAC oder wollt ihr eine kleinere verlustfreie Datei, ist der FLAC-Export dieselbe Qualität auf weniger Platz.

Nehmt die MP3 für Social Media, Demos und schnelles Teilen. Das ist die Datei, die ihr schickt, wenn jemand den Song jetzt hören muss und die letzten paar Prozent Treue egal sind.

Häufige Fehler, die ihr vermeiden solltet

Ein MP3-Master hochzuladen ist der große. Auf eurem Laptop sieht das gut aus, aber die Plattform kodiert es neu und das Ergebnis wird spürbar schlechter. Wenn verlustfrei möglich ist, und bei Bandmixr ist es das immer, nutzt es.

Achtet auch auf die Samplerate. Vertriebe erwarten 44,1 kHz, den Standard für Streaming und CD. Bandmixr exportiert mit 44,1 kHz, das ist für euch also erledigt, aber wenn ihr Dateien von anderswo konvertiert, ladet nichts mit abweichender Rate hoch in der Hoffnung, die Plattform regelt das schon.

Noch etwas, das direkt neben dem Format wohnt: die Lautheit. Das richtige Format schützt euer Audio, aber die richtige Master-Lautheit entscheidet, wie euer Song neben allem anderen in einer Playlist sitzt.