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Bandprobe aufnehmen, die sich wirklich mischen lässt

Bandprobe aufnehmen, die sich wirklich mischen lässt

Mehrspur ist das Ziel

Eine einzelne Stereoaufnahme über ein Raummikro fängt alles auf einmal ein. Als Referenz ist das okay, aber im Mix kannst du nichts mehr reparieren. War die Gitarre zu laut, bleibt sie für immer zu laut.

Mehrspur heißt: Jede Quelle landet auf ihrer eigenen Spur, also Kick, Snare, Bass-DI, Gitarrenamp, Vocals. Jede davon ist eine eigene Datei. Erst das macht echtes Mixing möglich.

Dafür brauchst du kein aufwendiges Studio-Setup. Ein USB-Interface mit 8 Kanälen und eine Handvoll Mikrofone reichen. Focusrite, PreSonus und Behringer bauen alle bezahlbare Interfaces mit genug Eingängen für eine typische Band.

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Das minimale Setup, das funktioniert

Für eine vierköpfige Rockband bringt dich das erstaunlich weit:

  • Kick: Ein Mikro im Kessel oder direkt vor dem Schallloch
  • Snare: Ein Mikro auf das Schlagfell der Snare gerichtet
  • Overheads: Ein oder zwei Mikros über dem Set für Becken und den Gesamtklang der Drums
  • Bass: Direktsignal (DI) aus dem Bassamp oder einer DI-Box. Das ist der sauberste und zuverlässigste Weg, Bass aufzunehmen
  • Gitarre(n): Ein Mikro pro Amp, nah an der Lautsprechermembran
  • Vocals: Ein dynamisches Mikro (SM58 oder vergleichbar) pro Sänger

Das sind 7 oder 8 Kanäle. Locker im Rahmen eines Interfaces der Mittelklasse.

Wenn du nur 4 Eingänge hast, priorisiere so: Drum-Overhead (ein Mikro), Bass-DI, Gitarrenmikro, Vocal-Mikro. Du verlierst etwas Detail bei den Drums, hast aber trotzdem getrennte Instrumente.

Tipps zur Mikrofonierung

Alles nah mikrofonieren. Je näher das Mikro an der Quelle, desto weniger Raum und Übersprechen fängst du ein. Übersprechen (andere Instrumente, die in ein Mikro einstreuen) ist der Feind eines sauberen Mixes.

Mikros von anderen Quellen wegdrehen. Ein Vocal-Mikro, das Richtung Schlagzeug zeigt, nimmt eine Menge Drums mit auf. Winkle es so an, dass die Rückseite des Mikros (die unempfindliche Seite) zur lautesten Quelle in der Nähe zeigt.

Nutze die 3:1-Regel bei mehreren Mikros an derselben Quelle. Steht dein Nahmikro 15 cm von der Snare entfernt, sollte das nächste Mikro mindestens 45 cm weg sein. Das reduziert Phasenauslöschungen.

Bass: Wenn irgendwie möglich per DI. Das Direktsignal vom Bass ist sauber, gleichmäßig und hat null Raumanteil. Willst du den Ampsound zusätzlich, nimm beides auf: DI auf einem Kanal, Mikro auf einem anderen.

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Gain Staging an der Quelle

Stell die Preamp-Pegel so ein, dass die lautesten Momente in deiner DAW bei etwa -12 bis -6 dB peaken. So bleibt Headroom fürs Mixing. Wenn der Drummer in der Bridge reinhaut und die Overheads clippen, ist diese Verzerrung dauerhaft drin.

Lieber zu leise aufnehmen als zu laut. Eine leise Aufnahme kannst du anheben. Eine geclippte Aufnahme ist beschädigt.

Prüfe die Pegel beim lautesten Teil des lautesten Songs, bevor du mit der eigentlichen Aufnahme anfängst.

Raumakustik (die unbequeme Wahrheit)

Proberäume sind akustisch meist eine Katastrophe. Betonwände, niedrige Decken, keine Dämmung. Der Schall springt überall hin.

Den Raum kannst du nicht reparieren, aber du kannst seinen Einfluss klein halten:

  • Alles nah mikrofonieren (weniger Raum, mehr Quelle)
  • Für laute Quellen dynamische Mikros (SM57, SM58) statt Kondensatormikros nehmen. Dynamische haben engere Richtcharakteristiken und blenden mehr Schall von der Seite aus
  • Wenn möglich, die Amps in Richtung Wände mit etwas Absorption stellen (schon eine Decke über einem Stuhl hinter dem Amp hilft)
  • Vocals: Der Sänger sollte das Mikro nah halten und direkt hineinsingen

Die Aufnahmesession selbst

Mach einen Soundcheck, bevor ihr wirklich anfangt zu spielen. Nimm dann ein paar Takte des lautesten Songs mit voller Energie auf, um die Pegel zu prüfen.

Wenn alles gut aussieht, drück auf Aufnahme und lass sie die ganze Session durchlaufen. Nicht zwischen den Songs starten und stoppen. Die einzelnen Songs kannst du später heraustrennen (der Rehearsal Cutter von Bandmixr macht das für Pro-Nutzer automatisch).

Benenne deine Spuren in der DAW klar, bevor du exportierst. „Track 1“ und „Track 2“ helfen niemandem. „kick.wav“, „snare.wav“, „bass_di.wav“, „guitar_rhythm.wav“ sparen Zeit und lassen Bandmixr die Instrumente automatisch erkennen.

Was „mixbar“ wirklich bedeutet

Du brauchst keine perfekten Aufnahmen. Du brauchst getrennte Aufnahmen. Wenn jedes Instrument auf seiner eigenen Spur liegt, mit vernünftigen Pegeln und ohne Clipping, kann eine Mixing-Engine (oder ein menschlicher Engineer) ihre Arbeit machen.

Die Hürde ist niedriger, als du denkst. Investier vor der nächsten Probe eine Stunde in dein Setup, und du hast Stems, die wirklich bereit fürs Mixing sind.